Christus Ikonen

 

Die Ikone des Erlösers "Christus Patokrator"

Thomas Zmija v. Gojan

Unsere heiligen Ikonen wollen Fenster des Gebetes sein, ein Spiegel der geistlichen Wirklichkeit, die Zeit und Raum transzendiert. Vor dem Goldgrund der Ewigkeit sehen wir die machtvolle Gestalt Christi. Die purpurne Farbe seines Untergewandes verweist auf die Göttliche Natur Christi. Der goldene Zierstreifen war in der Antike ein Privileg hoher Persönlichkeiten des Reiches. Das blaugrüne Obergewand erinnert an die menschliche Natur, die der Sohn Gottes angenommen hat. Beide Farben zusammen waren die Repräsentationsfarben des byzantinischen Kaiserhauses.

 

Christus wird als der wahre Weltenherrscher dargestellt. Der byzantinische Kaiser ließ sich als "Kosmokrator" anreden. Christus wird in der orthodoxen Kirche im Anschluss an den Gottestitel der LXX (Septuaginta) und der Apokalyse des Johannes (1:8; 4:8; 15:3; 21:22) παντοκράτωρ (Pantokrator = Allherrscher) genannt. Die Pantokrator-Ikonen stellen Christus als den erhöhten Herrn dar, "der wiederkommen wird in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die toten; dessen Reich kein Ende haben wird" (Glaubensbekenntnis). Auf dem Ikonostas in den orthodoxen Kirchen befindet sich links von der königlichen Tür eine Gottesmutter-Ikone zur Vergegenwärtigung der Menschwerdung Christi, rechts eine Pantokrator-Ikone als Darstellung des wiederkommenden Christus. Durch die königliche Tür begegnet uns Christus in der Zeit der Kirche durch Sein heiliges Evangelium und in den verwandelten eucharistischen Gaben. Bei der Darstellung des Pantokrators wird manchmal mehr betont, dass er der gerechte Richter ist, manchmal, dass Er der erbarmende Erlöser, unser Heiland voller Liebe, der Erretter und Lebenspender ist.

In seiner linken Hand trägt Christus die Heilige Schrift. Manchmal ist das Buch geöffnet und enthält einen der folgenden Verse aus dem Evangelium: Johannes 8:12 (,,Ich bin das Licht der Welt. ..."), Johannes 10:9 (,,Ich bin die Tür. ..."), Matthäus 11:28 (,,Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. ...") oder Matthäus 25,34 (,,Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid,...").

Christus trägt das Evangelium auf der Brust an der Seite Seines Herzens, denn Er bringt uns Kunde vom Herzen des Vaters (Johannes 1:18).

Manchmal ist das Evangelienbuch auch geschlossen dargestellt zum Zeichen für Den, Der allein das Buch des Lebens besitzt und Seine Siegel zu öffnen vermag (vgl.: Apokalypse 5). Das Evangelienbuch ist vom Obergewand in der Farbe der sterblichen Menschennatur umgeben, denn Christus hat die Frohe Botschaft, das heilige Evangelium zur Zeit Seines irdischen Lebens und Wirkens verkündet. Deshalb sagt heißt es auch im Johannesevangelium, dass Christus "das fleischgewordene Wort" ist (vgl.: Johannes 1:14)

 

 

Die rechte Hand Christi ist zum Segensgestus erhoben. Zeige- und Mittelfinger formen dabei den griechischen Buchstaben Chi (X), die drei übrigen Finger ein Rho (P). Diese Christogramm genannte Buchstaben Gruppe bekennt Jesus als den Christus, den  Messias, den Gesalbten Gottes. Die zwei Finger erinnern zugleich an die zwei Naturen Christi, Seine vollkommene Göttlichkeit und Seine vollkommene Annnahme der menschlichen Natur. Die drei Finger symbolisieren den dreieinigen Gott, der uns in Christus begegnet.

Besonders Gesicht und Hals, aber auch die Hände Christi sind von einer verklärten Leiblichkeit. Auf den Ikonen ist die Lichtquelle innen, nicht außen. Bei Johannes 1:14 heißt es: "Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben Seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit."

Christus ist ,"Eines Wesens mit dem Vater" (Glaubensbekenntnis). Er ist das ,"Ebenbild des unsichtbaren Gottes" (Kolosser 1:15), zugleich der Prototyp des verwandelten, geheiligen Menschen, der durch den Heiligen Geist zu seiner vom Gott des Vater in der Schöpfung gemeinten Schönheit und Vollkommenheit (Theosis) gestaltet ist.

,"Aus Seiner Fülle empfangen wir Gnade über Gnade." (Johannes 1:16). In den Nimbus ist eingezeichnet: "Der Seiende", der dem Prohpeten Mose aus den brennenden Dornbusch geoffenbarte Gottesname (Exodus 3:14). Im Prolog des Johannes-Evangeliums, dass wir in der Osternacht nach der russischen Tradition in so vielen Sprachen wie möglich lesen, heißt es: "In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen." (Johannes 1:4). Das in den Nimbus eingezeichnete Kreuz erinnert uns daran, dass Christus durch Seinen Tod am Kreuz für uns zum ,"Erlöser und Lebensspender" geworden ist, als den IHN die Ikone bezeichnet.

Ikone Christus inmitter der himmlischen Mächte (Спас в силах)
Ikone Christus inmitter der himmlischen Mächte (Спас в силах)

 

Betrachten wir die Christus-Ikone noch einmal in ihrer Gesamtheit, so leuchtet in ihr durch die Gestalt Christi hindurch der dreieinige Gott auf: Aus dem Gesicht Christi blickt uns die schöpferische Liebe des unsichtbaren Vaters an. Die Bibel in der linken Hand kennzeichnet Christus als den λόγος, das Wort Gottes, das Mensch wurde, um uns zu erlösen. Auf Seine Weisung sollen wir hören (Lukas 9:35). Die rechte Hand deutet Jesus als Christus, Gesalbten Gottes, den Messias, den Erretter und Lebensspender der Welt.

Die Ikonen versuchen nicht, durch die unseren Sehgewohnheiten sonst so vertraute Zentralperspektive mit einer Raumillusion zu schaffen. Für sie ist der sogenannte Fluchtpunkt, dort wo sich das Bild vergegenwärtigen soll, vielmehr der betende Betrachter. Ihm soll die heilige Ikone die Kommunikation, die betende Zwiesprache mit Christus ermöglichen. Deshalb ist die Ikone auch auf dem Altar geweiht worden. Die Weihe vergegenwärtigt durch das Wirken der Gnadengaben des Heiligen Geistes, die im Weihegebet und in der Besprengung mit den geweihten Wasser wirksam werden, dass auch der Dargestellte, Christus, durch Seine Ikone gnadenhaft gegenwärtig wird. Wenn wir IHN mit vom Heiligen Geist erleuchteten Augen des Herzens (vgl.: Epheser 1:18) schauen, erleben wir in der betenden Begegnung mit der Ikone, wie ER uns durch Seine heilige Ikone anschaut. Er lädt uns damit zu liebender Hingabe ein, damit ER uns durch das Wirken des Heiligen Geist verwandeln kann zu einer lebendigen Ikone Christi.

 

Спас Нерукотворный. 80-ее гг
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Синайский Спас
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Спас Звенигородский
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Christus Erlöser, der große Hohepriester-Спас Великий Архиерей
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Икона Спас Благое Молчание - aнгел Великого совета.
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